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Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises

Psychologische Beratungsdienste gehen aufgrund der Corona-Pandemie neue Wege

Rhein-Sieg-Kreis (we) – Im vergangenen Jahr wurde das Leben vieler Menschen durch den Ausbruch der Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Kinder, Jugendliche und Familien waren dadurch teilweise sehr stark betroffen, denn auch das schulische Leben hat sich deutlich verändert.

So erhielten die pädagogischen und psychologischen Fachkräfte der vier Familienberatungsstellen und der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises im Jahr 2020 ganz neue Beratungsanfragen. 15 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie rund 20 Familienberaterinnen und Familienberater nahmen diese Fragen entgegen und beantworteten sie auf anderen Wegen als sonst üblich: telefonisch, per E-Mail, per Videochat und, wo möglich, auch persönlich.  

In der Pandemie entstanden über die gängigen Beratungsanlässe hinaus, wie etwa familiäre Konflikte, Erziehungsunsicherheit, Leistungsprobleme oder soziale Schwierigkeiten im Schulalltag, ganz neue Problembereiche. 

Einige der häufig aufgetretenen Fragen waren: Wie strukturieren Familien im Lockdown die Tage sinnvoll? Welcher Umgang mit den Medien ist jetzt angebracht? Wie gestalten Eltern, Schüler und Lehrkräfte das Homeschooling? Wie kann der Umgang von Kindern zum getrenntlebenden Elternteil unter diesen Bedingungen gestaltet werden? Wie können Eltern den fehlenden Kontakt ihrer Kinder zu Gleichaltrigen kompensieren? 

Es gab aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die durch die veränderte gesellschaftliche Lage selber psychisch sehr stark belastet waren und Rat beim einer der Beratungsstellen gesucht haben. 

Erstaunt zeigt sich Diplom-Psychologe Volker Neuhaus, Leiter des Amtes für Psychologische Beratungsdienste des Rhein-Sieg-Kreises, über die - trotz der Krise - stabilen Fallzahlen. „Es ist nicht zu erkennen, dass Menschen unsere Leistungen weniger in Anspruch genommen hätten. Und das, obwohl persönliche Beratungstermine über einen längeren Zeitraum hinweg nicht möglich waren.“

Dies lag unter anderem an der beachtlichen Kreativität und großen Flexibilität der Beraterinnen und Berater in der Gestaltung von Hilfsangeboten. „So sind wir ab März oft auf Spaziergänge mit den Menschen umgestiegen. Zudem haben wir häufiger und zu unüblichen Zeiten telefonisch beraten, damit die Eltern die Gespräche in Ruhe führen konnten,“ erklärt Volker Neuhaus.

Auch im neuen Jahr stehen die Beraterinnen und Berater des Psychologischen Beratungsdienstes in Rheinbach, Bornheim, Siegburg und Eitorf bei allen Fragen rund um Erziehung, Familie und Schule gerne zur Verfügung.

Die Erziehungs- und Familienberatung in Trägerschaft des Rhein-Sieg-Kreises umfasst vier Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Siegburg, Mühlenstraße 49, in Eitorf, Brückenstraße 25, in Rheinbach, Aachener Straße 16, und in Bornheim, Brunnenallee 31.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestehen aus einem multidisziplinären Fachteam. Die Beratung unterliegt grundsätzlich der Schweigepflicht und Freiwilligkeit. Alle Beratungs- und Hilfsangebote sind kostenfrei.

Weitere Informationen zur Erziehungs- und Familienberatung sowie zur Schulpsychologischen Beratungsstelle finden Sie unter www.rhein-sieg-kreis.de.