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Weg im Stadtpark wird nach Claus-Kerwer benannt

Mit ihrem Bürgerantrag vom 12. Oktober 2018 hat die Bürgerinitiative zu Claus Kerwer angeregt, seinem Wirken auf besondere Weise zu gedenken. Der Rat der der Stadt Rheinbach ist in seiner Sitzung am 17. Dezember 2018 der Empfehlung des Ausschusses für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur gefolgt, das Lebenswerk des Architekten und Künstlers Claus Kerwer zu würdigen.

Demnach wird der Weg östlich des Gräbbachs am 09. April 2019 als Claus-Kerwer-Weg benannt.

Claus Kerwer wurde am 10. April 1910 in Merzig geboren. Er war gerade einmal eineinhalb Jahre alt, als er mit seiner Familie nach Rheinbach kam. Deshalb kann man ihn ohne Bedenken als „Sohn der Stadt Rheinbach“ bezeichnen.

Sein Vater Hans Kerwer wurde im September 1911 als Gegenbuchzeichner bei der Kreissparkasse Rheinbach angestellt. Die Familie wohnte zunächst in der Kriegerstraße 13 (heute Nr. 52). dann im Gebäude der Kreissparkasse in der Bahnhofstraße 4 (heute Hausnr. 1 – 3).

Schon in seiner Jugend zeigte sich bei Claus Kerwer das handwerklich-künstlerische Talent. Er zeichnete sehr gerne und gut, auch schnitzte er mit großer Begeisterung. „Kein Messer war vor ihm sicher“, erinnerten sich noch lange Zeit später Kameraden aus seiner Jugend.

Im Anschluss an seine Schulausbildung machte Claus Kerwer eine Schreinerlehre. Von 1932 bis 1934 besuchte Kerwer die städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule Trier.

Nach seiner Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg gründete er ein Architekturbüro in Bonn. Er baute in der neuen Bundeshauptstadt und deren Umgebung viele ansprechende Privathäuser in seinem typischen „Kerwer-Stil“.

Auch in Rheinbach war er immer wieder als Architekt tätig. In den 1950er Jahren entwarf Kerwer auch viele Glasfenster. Neben Fenster für Kirchen, Kapellen und Verwaltungsgebäuden, wie zum Beispiel die Pfarrkirche in Simmerath-Rurberg und das Amts- und Landgericht Bonn, schuf er auch Glasbilder für Geschäfte und Privathäuser.

Aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem Besitzer der Keramik-Fabrik Ruscha übernahm er auch die Leitung der Baukeramik-Abteilung dieser Firma. Im Raiffeisenhaus Rheinbach sind zwei Wandkeramiken von Claus Kerwer für die Öffentlichkeit sichtbar.

Auch das Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Stadtpark stammt von ihm.

Claus Kerwer starb am 23.11.1991 in Rheinbach.

Die Kosten für die Beschaffung und Aufstellung der Schilder werden von der Bürgerinitiative getragen.