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Elektronik fair einkaufen

Fairtrade Netzteil

Zählen Sie doch einmal, wie viele elektrische und elektronische Geräte sich in Ihrem Haushalt befinden… vergessen Sie dabei nicht die LED-Kerzen, Glückwunschkarten mit Musik und die blinkenden Weihnachtslichter, die in Ihren Schubladen schlummern. Gewiss haben die meisten Haushalte eine dreistellige Anzahl solcher Geräte – Grund genug, sich über deren Herstellung Gedanken zu machen.

Die zur Herstellung benötigten Metalle (z. B. Kupfer, Palladium, aber auch Gold und Silber) stammen zum Teil aus Bürgerkriegsgebieten in Afrika, wo unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen auch Kinder arbeiten. In der chinesischen Computerindustrie sind viele Überstunden bei unzureichendem Lohn an der Tagesordnung. Bestehende Sozial- und Umweltgesetze werden nicht eingehalten. Den Käufern bleibt dies meist verborgen, denn ausdrücklich unter fairen Bedingungen hergestellte Artikel wie das Fairphone oder die Faire Maus sind noch Mangelware.

Wir können jedoch einiges beim Kauf neuer Elektrogeräte beachten:

  • Reparaturmöglichkeit: Können einzelne Komponenten ausgetauscht oder aktualisiert werden? Achten Sie darauf, dass der Apparat nicht verschweißt oder verklebt ist, sondern verschraubt, damit eine Reparatur durchgeführt werden kann. Besuchen Sie am 1. Freitag des Monats das Reparaturcafé in Rheinbach in der Koblenzer Straße 6.
  • Nutzen statt besitzen: Müssen Sie das Gerät wirklich kaufen? Wie oft werden Sie es benutzen und brauchen Sie es ausschließlich selbst? Vielleicht können Sie es mit Nachbarn, Freunden und Verwandten teilen, z. B. die Heckenschere, den Hochdruckreiniger, den Scanner oder den Bohrhammer.
  • Wiederverwendung: Wenn es nicht unbedingt das allerneueste Modell sein muss, kann man z. B. Smartphones und Digitalkameras gebraucht kaufen, teilweise sogar mit einer Händlergarantie.
  • Img-220110246-0001Recycling: Spenden Sie Ihre ausrangierten, nicht mehr benutzbaren Handys für einen guten Zweck, z. B. dem Kölner Zoo zum Schutz der Gorillas oder dem NABU für ein Naturschutzprojekt. Die Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Inhaltsstoffe werden ständig verbessert. Elektrische Kleingeräte, die nicht mehr repariert werden können, gehören in den Sammelbehälter der RSAG am Bahnhof oder an der Glasfachschule hier in Rheinbach.  

Übrigens: Viele Käufer schätzen die gute Beratung im lokalen Fachhandel, aber nicht alle sind auch bereit für diese zu zahlen. Die Beratung in Anspruch zu nehmen und anschließend bei einem Online-Händler zu kaufen ist dann leider weniger fair…
 

Autorin: Sabine Kirstein